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Proteste gegen Hinrichtung einer Frau im Iran
Zum Zeitpunkt der Tat war Delara Darabi noch minderjährig. Sie wurde
gehängt, obwohl der Iran die UN-Konvention über die Rechte von
Kindern unterzeichnet hat. Danach sind Hinrichtungen nicht erlaubt,
wenn die zugrunde liegende Tat noch vor dem achtzehnten Geburtstag
begangen wurde.
Ungeachtet internationaler Proteste ist im Iran eine Straftäterin
gehängt worden, die zum Zeitpunkt der Tat noch minderjährig war.
Nach sechs Jahren Haft sei das Todesurteil wegen Mordes gegen die
23-Jährige in der nördlichen Stadt Rascht vollstreckt worden, sagte
ihr Anwalt Mohammad Mostafaei.
Die Vollstreckung der Todesstrafe an der Frau sei eine grobe
Verletzung internationalen Rechts, sagte der Anwalt, da sie zur
Tatzeit noch minderjährig gewesen sei. Zudem habe die Familie
entgegen geltendem iranischen Recht nicht von ihrer Tochter Abschied
nehmen dürfen.
Mostafaei wurde nach eigenen Angaben nicht wie gesetzlich vorgesehen
48 Stunden vor der Vollstreckung des Todesurteils benachrichtigt.
„Der Familie wurde ein vom Gesetz garantiertes Recht verweigert“,
sagte der Anwalt. Erst wenige Minuten vor der Hinrichtung habe die
verurteilte Delara Darabi ihre Familie anrufen dürfen.
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„Oh Mutter, ich sehe die Schlaufe des Henkers vor mir. Sie werden
mich hinrichten. Bitte rette mich“, sagte die 23-Jährige laut dem
Anwalt.
Der Iran sei nach China das Land, in dem am meisten Todesurteile
vollstreckt werden, recherchierte Amnesty International. Zudem
würden dort mehr Jugendliche hingerichtet als in allen anderen
Ländern der Welt.
Acht waren es allein im vergangenen Jahr, und seit 1990 zählte
Amnesty insgesamt 42 Hinrichtungen. Außer im Iran gibt es auch in
Saudi-Arabien, im Jemen, in Pakistan und im Sudan vereinzelt
Hinrichtungen von unter 18-Jährigen.
Menschenrechtsorganisationen hatten bereits bei der Verurteilung der
damals 17-Jährigen heftig protestiert. Delara Darabi hatte sich
zunächst schuldig bekannt, den Cousin ihres Vaters getötet zu haben.
Später widerrief sie und gab an, sie habe ihren damals bereits
volljährigen Freund decken und damit vor der Hinrichtung bewahren
wollen.
Ihr Freund wurde wegen Komplizenschaft zu zehn Jahren Gefängnis
verurteilt. Die Art und Weise wie die Hinrichtung abgelaufen sei
zeige, dass die Regierung wisse, dass sie etwas Illegales getan
habe, sagte Zarma Coursen-Neff von Human Rights Watch.
Auch die Europäische Union hat schon mehrmals an den Iran
appelliert, keine Straftäter mehr hinzurichten, die zur Tatzeit noch
minderjährig waren. Dies stelle eine offensichtliche Verletzung
internationaler Verpflichtungen dar, die der Iran eingegangen sei,
hieß es zuletzt im vergangenen Jahr in Brüssel.
Der Iran hat die UN-Konvention zu den Rechten von Kindern
unterzeichnet, wonach Hinrichtungen nicht erlaubt sind, wenn die
zugrunde liegende Tat noch vor dem achtzehnten Geburtstag begangen
wurde.
Quelle: weltOnline
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