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Tausende bei Iran-Protesten in Europa und USA
Berlin/Paris/Teheran (dpa) - Tausende
Menschen haben bei Kundgebungen weltweit das Vorgehen der
Staatsmacht im Iran gegen Anhänger der Opposition kritisiert.
In Berlin und anderen deutschen Städten
sowie in London, Paris, Rom, Amsterdam, Wien oder New York folgten
zahlreiche Demonstranten am Samstag dem Aufruf zu einem weltweiten
Aktionstag gegen Gewalt in der islamischen Republik. Der weltweite
Aktionstag wurde von Amnesty International, Reporter ohne Grenzen
und der Autorenvereinigung P.E.N. unterstützt.
Auch in der iranischen Hauptstadt
Teheran gab es erneut Proteste gegen den umstrittenen Wahlsieg von
Präsident Mahmud Ahmadinedschad vor sechs Wochen. Nach Angaben von
Augenzeugen skandierten hunderte Menschen «Tod dem Diktator» oder «Allahu
Akbar» («Gott ist groß»). Die Polizei löste die Demonstration rasch
auf, hieß es weiter. Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad war offiziell
zum Sieger der Präsidentwahl vom 12. Juni erklärt worden. Die
Opposition wirft den Behörden massive Wahlmanipulation vor.
Im Iran war es in den vergangenen
Wochen mehrfach zu Massenprotesten gegen das Wahlergebnis gekommen,
die zum Teil blutig niedergeschlagen wurden. Dabei wurden mindestens
20 Menschen getötet. Nach Amnesty-Schätzungen gab es insgesamt mehr
als 2000 Verhaftungen.
Mehrere hundert Menschen forderten in
Berlin, Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg die Freilassung der mehr
als 100 Iraner, die nach der Wahl festgenommen wurden und immer noch
in Haft sind. Darunter sind auch Journalisten, ehemalige Minister
und Abgeordnete. In Berlin nahmen nach Angaben der Veranstalter mehr
als 500 Menschen an den Aktionen teil, in Hamburg gingen rund 600
Menschen auf die Straße. «Im Iran werden seit sechs Wochen die
grundlegenden Rechte mit Füßen getreten», sagte Monika Lüke,
Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland. Die
internationale Staatengemeinschaft müsse sich für die Einhaltung der
Menschenrechte einsetzen und dürfe es nicht bei Lippenbekenntnissen
belassen.
Auf dem Pariser Platz vor dem
Brandenburger Tor in Berlin setzten etwa drei Dutzend ehemalige
politische Gefangene aus dem Iran ihren Hungerstreik bis zum Sonntag
fort. Sie verlangen die Abschaffung der Todesstrafe und eine
Trennung von Staat und Religion im Iran.
Vor der iranischen Botschaft in London
demonstrierten laut Polizei mehr als 500 Menschen. Sie trugen
Masken, schwenkten grüne Fahnen und trugen grüne Armbänder - die
Farbe der Opposition. In Belfast und Dublin folgten einige hundert
Menschen dem Aufruf von Amnesty. In New York strömten zahlreiche
Menschen zum Times Square und folgten damit einem Aufruf der
Organisation «United 4 Iran». Auf der Webseite der Veranstalter
unterstützten Hollywood-Schauspieler Sean Penn und Robert Redford
sowie Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu die Proteste.
In Amsterdam rief die iranische
Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi die Weltgemeinschaft auf,
das Ergebnis der Wahl nicht anzuerkennen. Vor rund 1000 Teilnehmern
einer Protestkundgebung forderte sie Neuwahlen unter UN-Beobachtung.
In Paris und Wien versammelten sich jeweils mehrere hundert
Demonstranten. Bei dem Protest nahe dem Eiffelturm forderten die
Teilnehmer auf Plakaten «Freiheit für den Iran».
Vor der iranischen Botschaft in Rom
prangerten rund 200 Studenten das Vorgehen der Staatsmacht im Iran
an. Sie verteilten Flugblätter mit den Fotos von verschwundenen und
ermordeten iranischen Oppositionellen. Auch in Schweden, der Schweiz
und in Portugal gab es Proteste.
Quelle: Zeit Online
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