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Iranische Justiz weist Karubis Vergewaltigungsvorwürfe zurück

 

Teheran (Reuters) - Die iranische Justiz hat Vorwürfe des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Mehdi Karubi vehement zurückgewiesen, wonach Regierungskritiker im Gefängnis vergewaltigt worden sein sollen.

 

"Es gibt keine Dokumente, die die Vergewaltigungen beweisen, wie sie Herr Karubi vorträgt", teilte ein hochrangig besetzter Ausschuss in einem Bericht am Samstag dem Staatsfernsehen zufolge mit. Karubis Vorwürfe und eingereichten Anschuldigungen seien ausgedacht und zusammengestellt worden, um die öffentliche Meinung fehlzuleiten. Dem dreiköpfigen Ausschuss gehört auch der iranische Generalstaatsanwalt Gholamhossein Mohseni-Edschei an.

 

Karubi hatte im August den Vorwurf erhoben, regierungsfeindliche Demonstranten seien in der Haft vergewaltigt und missbraucht worden. Die Regierung hat die Anschuldigungen stets bestritten. Erst in der vergangenen Woche war das Büro von Karubi geschlossen worden. Er und der ebenfalls unterlegene Reformkandidat Mirhossein Mussawi werfen der Regierung zudem Wahlfälschung vor.

 

Bei den Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad waren nach Angaben der Opposition mehr als 70 Menschen getötet worden. Die Regierung spricht von 26 Toten, darunter auch Angehörige der Sicherheitskräfte. Die Opposition hat die Totenzahl auf über 70 beziffert. Hunderte Demonstranten wurden zudem festgenommen.

 

Eine Untersuchung der Gewalt gegen regierungskritische Demonstranten, angeordnet vom geistlichen Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei, dauert an. Das berüchtigte Kahrisak-Gefängnis nahe Teheran, wo mindestens drei Menschen in der Haft gestorben sein sollen, wurde bereits geschlossen. Nach Angaben des Justizvertreters Mohammad-Kasem Bahrami sind in der vergangenen Woche sieben Menschen bezüglich der Misshandlungsvorwürfe festgenommen worden. Es gebe bereits 90 Rechtsbeschwerden von ehemaligen Gefangenen, die während der Haft misshandelt worden seien, sagte er der Zeitung "Etemad" am Sonntag. Damit trat er dem Ergebnis des Untersuchungsausschusses entgegen.

Quelle: Reuter Deutschland