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DROHENDE FOLTER
Farshad
Dousipour (auch bekannt als
Doustipour), 23 Jahre, kurdischer Student
Der kurdische
Student Farshad Dousipour wurde am 15. Mai 2008 von
Angehörigen der Revolutionsgarden festgenommen, als er in
der Stadt Ivan-e Gharb in der westlichen Provinz Ilam einen
Spaziergang machte. Es ist nicht bekannt, wohin er gebracht
wurde und er ist von Folter bedroht.
Farshad
Dousipour hat sich in der Haft im Evin-Gefängnis in Teheran
eine Lungenerkrankung zugezogen.
Ende April
2008 hatte Farshad Dousipour persischsprachigen Sendern im
Ausland, darunter die BBC und der Nachrichten-Website Rooz
Online, Informationen zu den Unruhen in Ivan-e Gharb zur
Verfügung gestellt, zu denen es infolge des Todes von drei
Personen kam, die die Sicherheitskräfte bei Demonstrationen
im Zusammenhang mit den jüngsten Parlamentswahlen getötet
hatten. Die iranischen Behörden verfolgen Menschen, die
solche Informationen den Medien außerhalb des Iran zukommen
lassen. So sind bereits zahlreiche Menschen, besonders
diejenigen, die für die Rechte ethnischer Minderheiten
eintreten, festgenommen und vor Gericht gestellt worden,
weil sie derartige Informationen ausländischen
Journalistinnen und Journalisten zukommen ließen.
Gegen Farshad
Dousipour läuft bereits ein Verfahren, da er bei einer
Veranstaltung zum iranischen Tag der Studierenden am 7.
Dezember 2007 an der Universität von Teheran öffentlich
gesprochen hatte. Nach seiner Rede wurde er 55 Tage im Trakt
209 des Teheraner Evin-Gefängisses, der dem
Geheimdienstministerium untersteht, festgehalten und dann
gegen eine Kaution von rund 5650 US-Dollar freigelassen.
Dieser Fall ist noch nicht verhandelt worden (zu weiteren,
zur selben Zeit festgenommenen Personen siehe auch UA 331/07
vom 13. Dezember 2007).
Ein Ilamer
Arzt, der Farshad Dousipour untersucht hat, gab an, dass er
infolge des Lungenleidens sehr krank sei. Der Arzt meinte,
Farshad Dousipours Lungen befänden sich in einem kritischen
Zustand.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Nach dem zweiten Wahlgang der iranischen Parlamentswahlen
vom 25. April 2008 hatten die Behörden bekannt gegeben, dass
ein Kandidat der Opposition bzw. ein Reformpolitiker,
gewonnen habe. Dessen Unterstützerinnen und Unterstützer
feierten gerade den Sieg, als der Bezirksgouverneur von Defo
einige Stunden später bekannt gab, das Ergebnis sei falsch,
ein dem Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad nahestehender
Kandidat habe gewonnen. Presseberichte weisen darauf hin,
dass die Bekanntgabe der Wahlergebnisse durch die schlechte
Organisation des Wahlverfahrens verzögert wurde. Die
Unterstützerinnen und Unterstützer des Reformkandidaten
versammelten sich dann vor dem Büro des Bezirksgouverneurs
und demonstrierten dort. Einige von ihnen beschädigten dabei
öffentliches Eigentum.
Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger berichteten
Amnesty International, dass Sicherheitskräfte die
Demonstration gewaltsam auflösten. Presseberichten zufolge
feuerten die Sicherheitskräfte auf Demonstrierende,
wahrscheinlich als Reaktion auf die Zerstörung öffentlichen
Eigentums. Drei junge Männer wurden erschossen und
mindestens 20 weitere verletzt. Die Verletzten wurden in ein
Krankenhaus gebracht. Nach dem Tod der drei, einem jungem
Mann und zwei Jungen, die dem Vernehmen nach 12 und 16 Jahre
alt waren, kam es zwei Tage lang zu Protesten. Einen Tag
blieben die Geschäfte geschlossen und die arbeitende
Bevölkerung weigerte sich, zur Arbeit zu gehen. Das
Innenministerium gab später bekannt, dass doch der
Reformkandidat die Wahl gewonnen hatte. Daraufhin enthob man
den Gouverneur der Provinz seines Amtes.
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