Eine
Million Unterschriften, um diskriminierende Gesetze zu ändern
Aufruf
Alle
Gesetze im Iran betrachten die Frauen als ein zweitrangiges
Geschlecht und diskriminieren sie. Dies geschieht in einer
Gesellschaft, in der mehr als 60 Prozent der immatrikulierten
Studenten weiblich sind. In vielen Gesellschaften glaubt man, dass
das Gesetz immer ein Schritt weiter sein müsse als die Kultur, damit
die gesellschaftliche Kultur wachsen könne. Im Iran hinken die
Gesetze jedoch hinter der Kultur und der Lage der Frauen hinterher.
Gemäß dem
Gesetz ist ein neunjähriges Mädchen vollständig strafmündig. Wenn
das Mädchen eine Strafe begeht, die mit der Todesstrafe geahndet
wird, kann das Gericht die Todesstrafe verhängen. Wenn eine Frau und
ein Mann auf der Straße einen Unfall verursachen und beide gelähmt
werden, bekommt die Frau nach dem geltenden Gesetz nur die Hälfte
des Schmerzensgeldes wie der Mann. Wenn sich etwas vor den Augen
einer Frau und eines Mannes ereignet, wird die Zeugenaussage einer
Frau, die alleine ist, nicht akzeptiert, aber die Zeugenaussage
eines Mannes wird akzeptiert. Nach dem Gesetz kann der Vater, mit
Erlaubnis des Gerichtes, seine 13jährige Tochter sogar an einen 70
jährigen Mann verheiraten. Gemäß dem Gesetz darf die Mutter nicht
die finanzielle Verantwortung für ihre Kinder übernehmen. Die Mutter
darf nicht über den Wohnort, über die Ausreiseerlaubnis und noch
nicht einmal über die Heilungsmaßnahmen ihrer Kinder Entscheidungen
treffen. Gemäß dem Gesetz dürfen die Männer mehrere Frauen haben und
ihre Frauen verstoßen, wann sie es wollen.
Diese
Fälle sind nur ein kleiner Ausschnitt der gesetzlichen
Ungleichheiten und Diskriminierungen gegenüber Frauen. Und ohne
Zweifel sind Frauen, die unteren Schichten angehören oder Mitglieder
von ethnischen und religiösen Minderheiten sind, noch stärker von
den Gesetzen diskriminiert und leiden noch mehr unter diesen.
Einerseits haben die ungerechten Gesetze dazu geführt, dass die
Beziehungen zwischen den Frauen und Männern sehr ungleichgewichtig
sind, so dass auch die Männer deswegen mit vielen Problemen
konfrontiert sind. Beispielsweise ist es inzwischen üblich geworden,
dass die Männer ein sehr hohes Brautgeld zahlen müssen. Die Frauen
fordern diese hohe Summen, da sie damit ihre Nachteile aufgrund
rechtlicher Ungleichheit aufzuwiegen versuchen. Andererseits hat die
iranische Regierung internationale Abkommen, wie die Erklärung der
Menschenrechte unterzeichnet und ist daher verpflichtet ihnen Folge
zu leisten. Die wichtigste Garantie, die nach der
Menschenrechtserklärung gewährleistet werden muss, ist die
Vermeidung von Diskriminierungen, die auf das Geschlecht, die Rasse
oder die Religion zurückzuführen sind. Entsprechend der genanten
Probleme fordern wir, die Unterzeichner dieser Erklärung, die
Abschaffung der Diskriminierung von Frauen auf allen Ebenen des
Gesetzes und fordern von den Gesetzgebern die herrschenden Gesetze
zu überdenken und diese gemäß den internationalen Verpflichtungen
der Regierung zu revidieren.