Ex-Mossad-Chef zum Iran "Ein Jahr bleibt für Angriff"
n-tv - Berlin,Germany
Nach Meinung
eines früheren Chefs des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad
bleibt Israel ein Jahr zur Zerstörung der iranischen Atomanlagen.
Andernfalls bestehe die Gefahr, dass Israel das Ziel iranischer
Atomwaffen werde, sagte Schavtai Schavit dem britischen "Sunday
Telegraph". Auf diesen schlimmsten aller Fälle müsse Israel
vorbereitet sein. Sollten sich Sanktionen als nicht wirksam
erweisen, müssten alle Optionen, auch die militärische, auf dem
Tisch bleiben.
Teheran
hatte am Sonntag für den Fall eines israelischen Angriffs auf
iranische Atomanlagen seinerseits erneut mit einem Gegenschlag
gedroht. Israel befinde sich in der Reichweite iranischer Raketen,
warnte der Chef der Revolutionsgarden, Mohammed Ali Dschafari.
US-Medienberichten zufolge hatten sich Ende Mai/Anfang Juni mehr als
100 israelische Kampfjets vom Typ F-16 und F-15 an einem Großmanöver
in Griechenland beteiligt, bei dem Angriffe auf Ziele im Iran geübt
wurden. Das Manöver unter dem Namen "Glorreicher Spartaner 08" habe
auf der Insel Kreta stattgefunden.
Der
Abgeordnete der regierenden Kadima-Partei Generalmajor a.D. Isaak
Ben-Israel bestätigte gegenüber dem "Spiegel", dass die israelische
Luftwaffe erst kürzlich ein Manöver abgehalten habe, "um uns auf den
Fall vorzubereiten", dass die Weltgemeinschaft das iranische
Atomprogramm "nicht stoppen kann". "Es war nicht die erste Übung, es
wird auch nicht die letzte sein."
Der Westen
verdächtigt den Iran, heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu
arbeiten. Teheran weist dies zurück und betont, die Nukleartechnik
lediglich zivil nutzen zu wollen.