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Kampfjets, Hubschrauber, Tankflugzeuge:Die israelische Luftwaffe hat
in einem Groß-Manöver einen Schlag gegen iranische Atomanlagen
geprobt. Es soll ein Zeichen an Teheran sein, aber auch eines an die
Verbündeten im Westen - Israel ist bereit zu einer militärischen
Aktion.
Hamburg/Washington - Zu übersehen war es nicht, was Israels
Luftwaffe Anfang Juni über dem östlichen Mittelmeer und Griechenland
veranstaltete. Und das war gewollt – wie ein Vertreter des
US-Verteidigungsministeriums gegenüber der "New York Times"
erklärte: Israel habe mit dem Großmanöver ein klares Zeichen setzen
wollen. Nach dem Motto: Wir sind bereit für einem Schlag gegen Irans
Atomanlagen. "Sie wollten, dass wir es wissen, sie wollten, dass es
die Europäer wissen, und sie wollten, dass es die Iraner wissen",
sagte der Pentagon-Offizielle.
An der Übung nahmen nach Informationen der "New
York Times" mehr als 100 Kampfjets der Klasse F-15 und F-16 teil.
Außerdem wurden Helikopter eingesetzt, die zur Rettung
abgeschossener Piloten dienen sollen. Auch Tankflugzeuge waren
demnach bei dem Manöver im Einsatz.
Die israelische Seite wollte sich der Zeitung zufolge nicht zu der
Angelegenheit äußern. Ein Militärsprecher habe lediglich erklärt,
Israel übe regelmäßig die Gefahrenabwehr.
Der US-Vertreter wies allerdings darauf hin, dass die Übung
eindeutig der Simulation eines Angriffs auf iranische Atomanlagen
gedient habe. Es sei um entsprechende Flugtaktik, das Auftanken in
der Luft und andere Details einer solchen Operation gegangen. Die
Helikopter und Tankflugzeuge seien etwas mehr als 900 Meilen weit
geflogen – was ungefähr der Distanz zwischen Israel und Irans
Atomanreicherungsanlage in Natanz entspricht.
Der US-Vertreter betonte jedoch auch, dass momentan nicht von einem
tatsächlichen Angriff Israels auf iranische Atomanlagen auszugehen
sei.
Iran steht im Verdacht, trotz gegenteiliger
Beteuerungen an Atomwaffen zu arbeiten. Um es zu einer Einstellung
seiner umstrittenen Urananreicherung zu zwingen, verhängte die
Staatengemeinschaft schon mehrfach Sanktionen - bislang allerdings
ohne Erfolg.
Zuletzt hatte der ehemalige israelische Verteidigungsminister Shaul
Mofaz für Aufregung gesorgt, als er erklärte, ein Angriff gegen die
Atomanlagen sei unvermeidlich, wenn Iran sein Atomprogramm
fortsetze. Das war einen Tag nach dem Ende der Militärübung. Mofaz
ist momentan stellvertretender Ministerpräsident Israels. Allerdings
waren seine Äußerungen von anderen israelischen Politikern
kritisiert und als Einzelmeinung – nicht als offizielle Position der
Regierung – dargestellt worden.
In Iran nimmt man die Zeichen dennoch ernst. Zuletzt wurde die
Luftabwehr nach Informationen der "New York Times" verstärkt, auch
die Kontrolle des Luftraums wurde intensiviert. So schickte Teheran
der Zeitung zufolge kürzlich Kampfjets los, um ein Passagierflug von
Bagdad nach Teheran zu observieren. "Sie sind offensichtlich nervös
und haben ihre Luftabwehr in Alarmbereitschaft", sagte ein Vertreter
der US-Regierung.