Revolutionsgarden könnten
Ölversorgung unterbrechen
Die Zeit - Hamburg,Germany
Im
Atomkonflikt mit Iran droht Israel mit einem Militärschlag. Nun
wehrt sich Teheran: Im Erstfall werde der Öltransport im Golf
unterbrochen. Sofort springt der Ölpreis auf 143 Dollar
Die
Revolutionsgarden im Iran haben für den Fall eines Angriffs auf ihr
Land mit massiven Einschränkungen beim Öltransport durch den Golf
gedroht. Der Iran werde bei einem Angriff auf jeden Fall den
Persischen Golf und die Straße von Hormus unter seine Kontrolle
bringen, sagte der Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden, Mohammad
Ali Dschafari am Samstag.
"Bei
einer Konfrontation mit Feinden von außerhalb der Region wird sich
der Konflikt auf jeden Fall auch auf das Ölthema ausweiten." Die
Straße von Hormus ist eine Meerenge im Golf, durch die zwei Fünftel
des weltweit gehandelten Öls verschifft werden.
Der
Golf und die Straße von Hormus liegen vor der Küste des Iran.
Bereits die Furcht vor einer Eskalation des Atomstreits mit dem
Iran, dem viertgrößten Ölproduzenten der Welt, haben die Rohölpreise
mit auf die Rekordhöhe von nunmehr fast 143 Dollar je Fass
getrieben.
Der
Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen
Atomprogramms an Nuklearwaffen zu arbeiten. Die Regierung in Teheran
weist dies zurück. Über einen Angriff auf den Iran wird vermehrt
spekuliert, seit im Mai Berichte über entsprechende Übungen des
israelischen Militärs bekanntwurden.
Bisher hatte der Iran nicht eindeutig signalisiert, ob er Öl als
Waffe in einer Konfrontation einsetzen würde. Doch entsprechende
Drohungen haben die ohnehin schon turbulenten Rohölmärkte noch mehr
in Unruhe versetzt, weil die Ölversorgung großer Opec-Staaten am
Golf in Gefahr gesehen wurde. Eine mögliche Sperrung der Straße von
Hormus gilt als eine der schärfsten Waffen des Iran im Atomkonflikt
mit dem Westen.
Die
Kontrollen der Öltransporte durch den Golf hätten zur Folge, dass
der Ölpreis sehr stark ansteige, sagte Dschafari weiter. Er warnte
Irans Nachbarstaaten davor, ihre Territorien für einen Angriff zur
Verfügung zu stellen. Kuwait und Irak haben bereits erklärt, sie
würden einen Angriff von ihrem Gebiet aus nicht zulassen. Die USA
betreiben Militärstützpunkte in anderen Golfstaaten und in
Afghanistan. Von Kuwait aus waren US-Truppen in den Irak
einmarschiert, wo sie derzeit noch stationiert sind.
Die
Revolutionären Garden sind eine Elite-Einheit, die neben der
regulären Armee besteht. Zu ihnen gehören Land-, Luft- und
Seestreitkräfte.