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27. Juli 2008

MASSENHINRICHTUNG

Iran lässt 29 Menschen aufhängen

Es ist die erste Massenhinrichtung seit fast 30 Jahren: Im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis sind 29 Todesurteile vollstreckt worden. Vorher sagten die Häftlinge noch vor laufender Kamera aus, sie hätten ihre Strafe verdient.

Teheran - Sie waren laut Urteil Mörder, Vergewaltiger und Drogenhändler - nun hat Iran sie hinrichten lassen. 29 Menschen starben im Teheraner Evin-Gefängnis durch Erhängen. Die Einrichtung gilt als härtestes Gefängnis Irans, etliche politische Gefangene sitzen hier ein.

 Immer wieder beklagen Menschenrechtler die Zustände in der Anstalt.

Dort spielte sich nun die erste Massenhinrichtung dieser Dimension im Land seit 28 Jahren ab. In Iran werden Todesurteile meist durch Erhängen vollstreckt. Bei einer anderen Hinrichtungsaktion wurden in diesem Monat schon einmal mindestens zehn Personen getötet. Im vergangenen September ließ der Staat 21 Menschen umbringen, allerdings an zwei verschiedenen Orten.

Das iranische Staatsfernsehen IRIB sendete vor ihrer Exekution Interviews mit zehn der Verurteilten. Sie gaben vor der Kamera an, ihre Strafe verdient zu haben.

"Alle hatten Vorstrafen und begingen erneut Kapitalverbrechen wie Mord oder Drogenhandel", sagte der Teheraner Staatsanwalt Said Mortasawi laut Webseite des iranischen Staatsfernsehens IRIB. Die Verurteilten seien durch den Strang gestorben, hieß es weiter. "Wir werden Teheran zum unsichersten Ort für Mörder und Drogenhändler machen", sagte Mortasawi weiter.

Im vergangenen Jahr waren in Iran mindestens 317 Menschen hingerichtet worden, viele von ihnen öffentlich. Das Land liegt damit hinter China (470) an zweiter Stelle der weltweiten Statistik, die die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erhoben hat. Die Todesstrafe droht bei Mord, Vergewaltigung, bewaffneten Überfällen, Handel mit mehr als fünf Kilogramm Drogen oder bestimmten Sexualvergehen.