Ahmadinedschad
bleibt bei Urananreicherung
FOCUS Online
Der iranische Präsident Ahmadinedschad zeigt sich im Atomkonflikt
mit dem Westen weiter unnachgiebig. Den Weltsicherheitsrat und
Deutschland verhöhnte er.
Die
Forderung der fünf ständigen Mitglieder im Weltsicherheitsrat und
Deutschlands nach Einstellung der Urananreicherung im Iran stelle
ein „sich wiederholendes Szenario“ dar, zitierte ihn die
Nachrichtenagentur Irna am Montag. Mahmud Ahmadinedschad besucht
derzeit Malaysia. Nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela
Merkel stehen die G8-Staaten weitgehend geschlossen gegen das
umstrittene Atomprogramm des Irans.
Teheran hatte am Freitag eine Antwort auf die jüngsten Vorschläge
der Vetomächte und Deutschlands übermittelt. Über den Inhalt war
auch am Montag noch nichts bekannt. Das Mitte Juni vorgelegte
Angebot sieht eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Unterstützung bei einem zivilen Atomprogramm vor, sofern der Iran
seine Urananreicherung stoppt. Teheran hat das bisher strikt
abgelehnt.
„Wir
lassen mit uns nicht in der Sprache der Gewalt und Drohung reden.
Sie (die Weltmächte) werden letztlich gezwungen sein, den Willen des
iranischen Volkes zu akzeptieren“, sagte Ahmadinedschad. Der
Weltsicherheitsrat, der wegen der unnachgiebigen Haltung Teherans
bereits Sanktionen gegen das Land verhängt hat, verdächtigt den
Iran, die Urananreicherung heimlich zum Bau der Atombombe nutzen zu
wollen.
Deutschland zu Strafmaßnahmen bereit
Deutschland ist nach den Worten Merkels gegebenenfalls zu weiteren
Strafmaßnahmen bereit. Am Rande des G8-Gipfels im japanischen Toyako
sagte Merkel am Montag: „Ich erwarte große Übereinstimmung der G8-
Länder.“ Das Thema werde am Dienstagabend beraten.
Auch
seitens des Weißen Hauses hieß es, es gebe Einigkeit zwischen dem
neuen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew und seinem
amerikanischen Kollegen George W. Bush über das Ziel, den Iran von
der Entwicklung von Atomwaffen abzuhalten. Medwedew habe Bush
versichert, dass Russland auf jede Weise versuchen werde, mit dem
Iran im Dialog zu bleiben, sagte Medwedews außenpolitischer Berater
Sergej Prichodko nach einem ersten Treffen der beiden Präsidenten
vor Beginn des G8-Gipfels. Von der iranischen Führung erwarte er
entsprechende Signale, fügte er hinzu.