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TODESSTRAFE / FOLTER UND MISSHANDLUNG

Iranische Kurden:
Farzad Kamangar (auch Siamand genannt), 32-jähriger Lehrer
Herr Ali Heydariyan
Herr Farhad Vakili

Laut der Nichtregierungsorganisation „Human Rights Activists in Iran“ hat der Oberste Gerichtshof die Todesurteile gegen Farzad Kamangar, Ali Heydariyan und Farhad Vakili bestätigt.

Alle drei waren im Februar 2008 unter der Anklage mohareb (in Feindschaft zu Gott) zum Tode verurteilt worden. Diese Anklage wird gegen Personen erhoben, die man beschuldigt, den Staat mit Waffengewalt zu bekämpfen und steht offenbar im Zusammenhang mit der vermeintlichen Mitgliedschaft in der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK), die in der Türkei Anschläge verübt. Ali Heydariyan und Farhad Vakili wurden zudem zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, wahrscheinlich wegen Dokumentenfälschung. Nach iranischem Gesetz müssen sie die Haftstrafe vor der Hinrichtung verbüßen.

„Human Rights Activists in Iran“ berichtete weiter, dass die Behörden des Raja’l Shahr-Gefängnisses in der Provinz Teheran Farzad Kamangar über die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs unterrichteten und ihn gleichzeitig aufforderten, einen Gnadengesuch aufzusetzen. Er weigerte sich, dies zu tun, da es einem Schuldbekenntnis gleichkäme. Er besteht aber darauf, dass er nie ein Verbrechen begangen hat. Nun wird sein Todesurteil zur Bestätigung an die oberste Justizautorität gesandt. Wenn es bestätigt wird, kann das Urteil jederzeit vollstreckt werden.

Farzad Kamangar war zusammen mit Ali Heydariyan und Farhad Vakili etwa im Juli 2006 in Teheran von Angehörigen des Geheimdienstministeriums festgenommen worden. Alle drei sind iranische Kurden.

Man hat Farzad Kamangar ohne Kontakt zur Außenwelt an einer Reihe von Orten festgehalten, so zum Beispiel in den Städten Kermanshah, Sanandaj und Teheran und ihn gefoltert. Er wurde geschlagen, ausgepeitscht und mit Elektroschocks gequält. Infolge der Folter haben seine Arme und Beine unkontrolliert zu zittern begonnen.

Hintergrundinformationen
Die Kurden, eine der vielen Volksgruppen im Iran, leben überwiegend im Westen und Nordwesten des Landes, in der Provinz Kurdistan und in den an den Irak und die Türkei grenzenden Nachbarprovinzen. Seit vielen Jahren kämpfen kurdische Organisationen wie die „Kurdistan Democratic Party of Iran” und „Komala” mit Waffengewalt gegen die iranische Regierung. Eine weitere Gruppierung, die „Kurdistan Independent Life Party“ (PJAK), führt bewaffnete Angriffe gegen die iranischen Sicherheitsbehörden und die Regierung durch. Der Iran beschuldigt ausländische Regierungen, unter den ethnischen Minderheiten des Landes Unruhe zu schüren.

Nach wie vor kann im Iran bei einer Vielzahl von Straftaten die Todesstrafe verhängt werden. Richter können bei bestimmten Straftaten nach eigenem Ermessen die Todesstrafe verhängen, dazu gehören Tatbestände, die sich auf die Gefährdung der nationalen Sicherheit beziehen. Laut Farzad Kamangars Anwalt ist bisher niemand wegen Mitgliedschaft in der PKK zum Tode verurteilt worden.

EMPFOHLENE AKTIONEN
Schreiben Sie bitte weitere E-Mails oder Luftpostbriefe, in denen Sie
 

  • die Behörden auffordern, die gegen Farzad Kamangar, Ali Heydariyan und Farhad Vakili verhängten Todesurteile umzuwandeln;

  • darlegen, dass Sie das Recht und die Verantwortung von Behörden anerkennen, Straftäter nach internationalen Standards für faire Verfahren strafrechtlich zu verfolgen, sich jedoch gleichzeitig vorbehaltlos gegen die Todesstrafe wenden, weil sie die grausamste, unmenschlichste und erniedrigendste Strafe sowie die Verletzung des Rechts auf Leben darstellt;

  • um genaue Informationen zu den Anschuldigungen gegen die drei Männer bitten, und Ihre Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass Farzad Kamangars Verfahren möglicherweise nicht den internationalen Standards für ein faires Verfahren entsprochen hat, die bei der Verhängung von Todesurteilen in besonderer Weise Beachtung finden sollten;

  • die Behörden auffordern, Farzad Kamangar unverzüglich regelmäßigen Kontakt mit seiner Familie und einem Anwalt seiner Wahl zu gewähren sowie jegliche medizinische Versorgung, die er möglicherweise benötigt;

  • Ihre Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass Farzad Kamangar gefoltert worden sein soll und bei den Behörden darauf dringen, diesen Berichten umfassend nachzugehen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.


APPELLE AN
Religionsführer
His Excellency Ayatollah Sayed ‘Ali Khamenei,
The Office of the Supreme Leader
Islamic Republic Street - Shahid Keshvar Doust Street, Tehran, IRAN
(korrekte Anrede: Your Excellency)
E-Mail: info@leader.ir

oberste Justizautorität
Ayatollah Mahmoud Hashemi Shahroudi
Howzeh Riyasat-e Qoveh Qazaiyeh / Office of the Head of the Judiciary
Pasteur St., Vali Asr Ave., south of Serah-e Jomhouri, Tehran 1316814737, IRAN
(korrekte Anrede: Your Excellency
E-Mail: info@dadgostary-tehran.ir
(Betreff: FAO Ayatollah Shahroudi)

KOPIEN AN
Präsident
His Excellency Mahmoud Ahmadinejad
The Presidency, Palestine Avenue, Azerbaijan Intersection, Tehran, IRAN
Fax: 00 98 21 6 649 5880
E-Mail: dr-ahmadinejad@president.ir
oder über die Website:
http://www.president.ir/email/

Leiter der staatlichen Menschenrechtskommission
His Excellency Mohammad Javad Larijani
C/o Office of the Deputy for International Affairs,
Ministry of Justice, Ministry of Justice Building,
Panzdah-Khordad (Ark) Square,
Tehran, IRAN

Botschaft der Islamischen Republik Iran
S.E. Herrn Mohammad Mehdi Akhondzadeh Basti
Podbielskiallee 65-67, 14195 Berlin
Fax: 030-8435 3535
E-Mail: iran.botschaft@t-online.de


Bitte schreiben Sie Ihre Appelle möglichst sofort. Schreiben Sie in gutem Persisch, Englisch oder auf Deutsch. Da Informationen in Urgent Actions schnell an Aktualität verlieren können, bitten wir Sie, nach dem 22. August 2008 keine Appelle mehr zu verschicken.