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Atomgespräche: Der Iran antwortet nicht
Ohne
erkennbare Fortschritte ist ein neuer Anlauf von Gesprächen mit dem
Iran über das Programm Teherans zur Uran-Anreicherung zu Ende
gegangen.
Die ersten
Gespräche im Atomstreit mit dem Iran unter hochrangiger
US-Beteiligung haben kein klares Ergebnis hervorgebracht. Auf das
Anreizpaket des Westens zur Aussetzung der Nuklearprogramms habe die
Islamische Republik weder mit einem "Ja" noch mit einem "Nein"
reagiert, sagte EU-Chefdiplomat Javier Solana am Samstag
(19.07.2008) in Genf. "Wir haben keine klare Antwort erhalten." Er
werde aber bereits in zwei Wochen wieder mit dem iranischen
Chefunterhändler Said Dschalili sprechen, entweder persönlich oder
telefonisch.
Dschalili betonte,
Teheran sei weiterhin an konstruktiven Verhandlungen interessiert.
Auch der Westen müsse dem Dialog Priorität einräumen.
Hohe Erwartungen wurden enttäuscht
Bereits zum Auftakt
des mit Spannung erwarteten Treffens hatte der Iran den Hoffnungen
auf eine Entspannung im Atomstreit einen Dämpfer verpasst. Mehrere
Vertreter der Teheraner Regierung betonten, keinesfalls auf die
Anreicherung von Uran zu verzichten. Damit erteilten sie der
zentralen Forderung der fünf ständigen Mitglieder des
UN-Sicherheitsrats sowie Deutschlands eine klare Absage.
Im Mittelpunkt der
Gespräche stand das Mitte Juni von Solana vorgelegte Angebot der
Sechsgruppe, das Teheran bei einem Stopp der Urananreicherung
Unterstützung auf den Gebieten Handel, Finanzen, Landwirtschaft und
Spitzentechnologie zusagt.
Vor allem die
Teilnahme des US-Staatssekretärs William Burns hatte zu der
Erwartung geführt, in den seit Jahren anhaltenden Atomstreit könne
endlich Bewegung kommen. Für die USA bedeutete Burns' Entsendung
eine Kehrtwende, da sie seit Jahrzehnten keinen offiziellen
Begegnungen auf hoher politischer Ebene mit dem Iran zugestimmt
hatten. Burns nahm zum Verlauf der Gespräche keine Stellung.
Fronten
bleiben verhärtet
Der iranische
Botschafter in der Schweiz, Kejwan Imani, betonte, dieses Thema
stehe nicht auf der Agenda des Iran. Er berief sich auf den
geistlichen Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei. Dieser habe
klar gemacht, "dass wir unsere Rechte nicht aufgeben werden".
Die USA stellten
unmittelbar vor Beginn des Treffens klar, dass es ohne Einlenken des
iran bei der Urananreicherung keine Aufnahme echter Verhandlungen
zur Lösung des Atomkonflikts geben werde. "Das ist die Position der
USA und das wird auch die Position der USA bleiben", sagte
Außenministerin Condoleezza Rice in Washington.
Im Mittelpunkt des
Streits steht der Vorwurf an die Führung in Teheran, sie arbeite
unter dem Deckmantel der Energieerzeugung an Atomwaffen. Der Iran
bestreitet das. (kas)
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