Solana im Atomstreit wenig optimistisch
FOCUS Online
Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana zeigt sich wenig optimistisch
im Atomstreit mit dem Iran. Die Teheraner Antwort auf das
Angebotspaket hat er als „schwierig“ bezeichnet.
Nach
der Antwort des Irans auf das Angebot der internationalen
Gemeinschaft im Atomstreit hat sich der EU-Außenbeauftragte Javier
Solana wenig optimistisch gezeigt. Das Schreiben Teherans sei
schwierig und kompliziert, sagte Solana am Montag. Über den Inhalt
des Briefes, der am Freitag bei Solana einging, wurde bislang nichts
bekannt.
Er
habe am Freitag mit dem iranischen Chefunterhändler Said Dschalili
telefoniert, sagte Solana weiter. Das Gespräch sei „grundsätzlich
konstruktiv“ gewesen. Iranische Medienberichte, wonach er noch im
Juli mit Dschalili zusammentreffen will, bestätigte Solana nicht.
„Ich hoffe, dass wir den Dialog in den kommenden Wochen fortsetzen
können, wenn möglich vor Monatsende“, sagte der EU-Außenbeauftragte
lediglich.
Der
Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, sagte in
Washington, Vertreter der fünf ständigen Mitglieder des
Weltsicherheitsrats und Deutschlands wollten noch am (heutigen)
Montag telefonisch über den Stand der Dinge sprechen. Der Westen
will mit wirtschaftlichen Anreizen erreichen, dass der Iran auf die
Urananreicherung verzichtet.
Der
iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad forderte unterdessen bei
einem Besuch in Malaysia, dass Atomkraft für alle Staaten ohne
Einschränkung nutzbar sein solle. Nukleare Energie sei eine günstige
Alternative zu Öl, sagte Ahmadinedschad laut der Nachrichtenagentur
Bernama. Der Westen gehe davon aus, dass die Vorräte an Erdöl
irgendwann aufgebraucht seien und wolle anderen Staaten dann
Atomtechnologie teuer verkaufen, wurde der Staatschef zitiert.